Leni erzählt

Erhältlich ab Herbst 2021 über diese Internetseite, sowie im Buchhandel!

 

Buchcover zum Buch "Leni erzählt" der Buchreihe "Enfantesar"

 

In diesem Buch lernt Eschelju das Mäd­chen Leni kennen. Seit dem Tod ihrer Oma wohnt Leni in einem alten Zir­ben­baum. Leni ist mit dem Mond­hasen be­freun­det und weiß auch einiges vom wun­der­baren Land En­fan­te­sar und seinen zau­ber­haften Wesen zu be­richten.

Leseprobe

Hier findet Ihr das Kapitel "Ein be­sonderer Tag".

Ein besonderer Tag

 

Wenn man etwas Auf­re­gen­des vorhat, kann es schon sein, dass man in der Nacht davor nicht be­sonders gut schläft. Leni zu be­suchen war zweifel­los auf­regend, sehr auf­regend sogar, und so er­wachten Eschelju und Dienmut bereits in der Morgen­däm­merung.

 

Eschelju gähnte und streckte sich. Dann sprang er ver­gnügt aus seiner Erdmulde und begann über­mütig von einem Bein auf das andere zu hüpfen. Dabei rief er fröhlich: „Heute ist ein be­son­derer Tag, heute ist ein be­son­derer Tag!“

 

So viel gute Laune wirkte natürlich an­steckend auf Dien­mut, das Tauben­schwänz­chen. Der kleine Schmet­ter­ling setzte sich auf den Blüten­rand seiner Mar­gariten­blume, stieß sich mit den Bein­chen ab und begann, fröh­liche Schwirr­kreise rund um Eschelju zu ziehen.

 

„Beim Fliegen­pilz, macht nicht so einen Lärm!“ rief eine näselnde Stimme aus dem Baum­stamm da­neben. Im selben Augen­blick tauchte auch schon zwei schwarze Ohren­spitzen aus der Baum­höhle auf. Diese Ohren wurden lang und immer länger und gleich darauf war der ganze Kopf von Erpf zu sehen.

 

Da er­wei­terte Dien­mut sofort ihre Schwirr­kreise und flog, „Srrr!“, dem Hasen um die Ohren. „Sei nicht böse“, sirrte sie, „heute ist doch ein be­son­derer Tag. Wir werden Leni be­suchen!“

 

Nun kam auch Eschelju herbei und kraulte den Hasen hinter den Ohren. „Freu dich mit uns, lieber Erpf“, sagte er, „wir werden heute Leni kennen­lernen und Neues vom Mond­hasen er­fahren. Viel­leicht hat sie ja auch von meinen Eltern gehört und weiß etwas über das Land En­fan­te­sar zu be­richten.“

 

Da blin­zelte der Hase mit seiner Nase und er­widerte: „Beim Fliegen­pilz, du hast Recht, Eschelju, heute ist tat­säch­lich ein be­son­de­rer Tag.“ Dann grinste er von einem Hasen­ohr zum an­deren und reimte:

„Muffel­stund‘ ist un­gesund.

Darum will ich fröhlich sein,

Und mich mit Euch von Herzen freu’n!“

 

Danach sprang er mit einem Satz aus dem Baum­stamm und tollte mit Eschelju herum, während Dien­mut die beiden gut gelaunt um­schwir­rte.

 

Na­türlich macht so viel Herum­tollerei auch tüchtig hungrig, und so früh­stück­ten unsere Freun­de danach aus­giebig.

 

Die Spatzen­schwes­tern Willi­balda, Piep und Matz freuten sich sehr, als sie bei ihrer Ankunft die Freunde bereits gesättigt und reise­bereit vor­fanden. Je zei­tiger sie auf­brachen, desto früher würden sie ja wieder zu Hause sein. Auf eine ge­ordnete Nacht­ruhe legten die Schwes­tern ja bekanntlich einen großen Wert.

 

Sie staunten sehr über Escheljus goldenen Anzug, piepsten be­geistert und schlugen auf­geregt mit den Flügeln. Willi­balda be­haup­tete sogar, noch niemals zuvor ein so präch­tiges Wesen ge­sehen zu haben. Wie gut, dass Eschelju nicht eitel war. Er hatte ja auch keinen Beitrag zu seiner hübschen Be­kleidung geleistet, sondern ver­dankte sie einzig und allein der Kunst­fertig­keit der Spinnen­königin Aura.

 

Nach­dem sich die Be­gei­sterung der Spatzen wieder gelegt hatte, brachen sie auf, und Eschelju begann fröh­lich vor sich hin zu pfeifen.

 

„Was ist denn das?“ fragte Willi­balda, als sie das hörte und stürzte vor Staunen beinahe ab. „So etwas klingt manch­mal in Escheljus Kopf“, erklärte Dien­mut. „Das gefällt mir“, rief Willi­balda be­gei­stert, „du bist ja beinahe wie einer von uns!“, und Piep und Matz stimmten ein: „Das gefällt uns, du bist ja beinahe wie wir!“

 

Dann trällerten sie Escheljus Lied mit. Vögel haben nämlich natur­gemäß ein aus­ge­sprochen gutes Lied­gedächt­nis. Erpf, der zwar nicht singen konnte, aber es mochte, wenn andere sangen, sprach: „Das ist tatsächlich ein schönes Reise­lied. Es macht leicht­füßig.“